Travelblog 2013: Schweden


 

Der spontanen Idee eines Freundes verdankten wir unseren ersten Urlaub des Jahres. Ziel war ein uriges Holzhaus im weiteren Umland von Stockholm in der Nähe der Ostsee.

Eigentlich war geplant, eine Woche in der Hütte des Vaters unseres Freundes zu verbringen, allerdings wurde diese, zwar mit Ankündigung, aber dann doch sehr kurzfristig, verkauft. Der neue Besitzer wollte halt unbedingt noch vor dem Midsommar das Haus übernehmen, und so fiel diese Option für uns leider flach.

Allerdings hat unser Bekannter (gebürtiger Schwede) alle Verwandtschaftsoptionen gezogen und über einen Hilferuf in der Familie einen schönen Ersatz organisieren können. Anscheinend ist es in Schweden wirklich gang und gäbe, dass viele Familien eine klassische Ferienhütte in der Nähe der See bzw. der Schären besitzen.

Auf jeden Fall war das unser Glück und so landeten wir am 23.06. nach angenehmen Flug nach Arlanda wohlbehalten zum ersten Mal in Schweden.

Noch flugs den Mietwagen abgeholt und uns auf die Suche nach dem Haus gemacht.

Als wir ankamen war die Familie des Freundes noch da, um uns die Hütte quasi zu übergeben. Und wahrscheinlich auch um doch wenigstens einen Blick auf uns als Gäste zu werfen. Uns kannte man ja jetzt wirklich noch gar nicht und immerhin überließ man uns die Familienhütte.

Aber nach einem gemeinsamen Abendessen und netten Gesprächen war man sich zumindest nach meinem Gefühl ziemlich sympathisch. Jedenfalls sympathisch genug, uns die Hütte für eine Woche zu überlassen.

Was folgte war eine Woche Schweden, kurz nach Midsommar, bei größtenteils herrlichem Kaiserwetter. Die Landschaft ist wirklich wahnsinnig idyllisch. Leicht hügelige, sattgrüne Gletscherlandschaft, überall Holzhäuser in klassischem Rot, strahlend blauer, weiter Himmel. Herrlich. Noch dazu geht die Sonne zwar gegen 23-23.30 Uhr kurz unter, aber wirklich dunkel wird es so kurz nach Midsommar nicht. Das Licht ist eher wie eine dunkelblaue, permanente Dämmerung und gegen halb 4 geht die Sonne sowieso schon wieder auf.

Der erste “Schock” für mich kam beim ersten Einkauf am Abend. Man weiß ja schon vorab, dass die Lebenshaltungskosten in Schweden relativ hoch sind und dazu kommt noch das lästige Umrechnen in Kronen, aber als sich beim Einkauf die Sachen im Korb stapelten, musste ich doch angesichts der Rechnung ein bisschen schlucken.  Grillfleisch, Süßkram und dann noch ein paar Sixpacks Bier haben den Endpreis ganz schön in die Höhe getrieben. Vor allem Alkohol ist in Schweden wirklich teuer. Zumal man im Supermarkt nur Leichtbier-Varianten bis maximal 3.5% Alkoholgehalt kommt.

Für alles Stärkere muss man ins “Systembolaget“, die staatlichen Alkoholläden. Da wir in Frankfurt aber in weiser Voraussicht noch eine Flasche Gin und eine Flasche Rum im Duty Free mitgenommen hatten, konnten wir darauf verzichten.

Aber im Endeffekt will man es sich im  Urlaub ja auch ein bisschen gut gehen lassen und nicht nur von  Brot und Wasser leben.

Viel geplant hatten wir für unseren Urlaub vorab nicht, wir wollten vor allem auch entspannen statt von Termin zu Termin zu hetzen, daher wurde viel gelesen, auf der Veranda gefaulenzt, zum See spaziert um eine Runde zu Schwimmen und Abends gegrillt und gespielt.

Am 3. Tag sind wir mit dem Bus nach Stockholm gefahren (Fahrt dauerte ca. 90 Minuten und es gab Free WiFi im Bus!) und haben die Stadt ein bisschen mit U-Bahn und zu Fuß erkundet.

Beeindrucken war die allgegenwärtige Nähe zu Wasser. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass Stockholm tatsächlich ursprünglich auf  14 Inseln erbaut wurde, die nur durch Brücken verbunden waren bzw. sind.  Daher ist der Übergang von Stadt zum Wasser immer irgendwie fließend und man hat fast überall Blick aufs Wasser. Mag ich persönlich ja sehr gerne.

Viel gemacht haben wir in Stockholm nicht, dazu reicht ein halber Tag auch nicht, aber wir sind durch die Gamla stan, die Alststadt, spaziert, haben das Königliche Schloss gesehen und im Szeneviertel Södermalm in der Sonne lecker gegessen.

Als zweites Ausflugsziel war eine Überfahrt mit der Fähre nach Åland, eine weitgehend autonom verwaltete Inselgruppe vor Finnland, eingeplant.

An Bord haben wir uns noch ein schönes, schwedisches Frühstück gegönnt und ansonsten haben wir den Großteil der Fahrt wieder bei bestem Wetter an Deck verbracht und die Fahrt durch die Schären genossen.

Für einen Landgang auf Åland hat die Zeit leider nicht gereicht, die meisten Schweden nutzen die Fähre gefühlt sowieso mehr wie eine Butterfahrt. Wegen der Autonomie  Ålands existiert zwischen Schweden und  Åland eine Zollgrenze und somit konnte man auf der Fähre zollfrei einkaufen.

Vor allem war der Alkoholsortiment des Fähr-Shops extrem gut sortiert und im Vergleich mit den schwedischen Festlandpreisen günstig. Das konnte man dann auch an den  Mengen sehen, die die Leute da mit Bollerwagen und Einkaufstaschen vom Boot getragen haben.

Mein Fazit zu Schweden fällt sehr positiv aus. Natürlich hatten wir auch Glück mit dem Wetter und konnten daher unseren Aufenthalt richtig genießen, aber auch allgemein war Schweden einfach sehr erholsam. Entspannte Menschen, schöne Landschaft, viel Wasser, gutes Essen.

Stockholm ist sicher noch einmal eine längere Reise wert, an einem Tag kann man grade mal an der Oberfläche kratzen.

Aber wenn es nach mir geht, war ich nicht zum letzten Mal da.

 

 

 

 

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